Schwimmgemeinschaft Wachtberg - Godesberg 1950 e. V.
15.11.2019

Interview mit einer WM-Teilnehmerin im Synchronschwimmen

Hallo Mia, Du hast Ende August 2019 an den ersten FINA-U15-Jugendweltmeistershaften in der Slowakei teilgenommen.  Und das mit erst 13 Jahren und in einer Sportart, die hierzulande nicht allen Menschen bekannt ist - im Synchronschwimmen. Erzähl doch einmal etwas über Deinen Sport. Wie bist Du dazu gekommen und was fasziniert Dich am Synchronschwimmen?

MIA: Ich habe seit meinem 4. Lebensjahr Sport gemacht: Taekwondo und Ballett. Per Zufall bin ich zum Probetraining beim Synchronschwimmen gekommen - und geblieben. Das war vor 5 Jahren. Das Schönste an diesem Sport ist , Kunststücke im Wasser zu zeigen, sich frei im Wasser zu bewegen, Choreografien mit zu entwickeln und diese zu schwimmen. Man muss sich immer wieder überwinden und am Ende stellt man fest, dass man stärker ist, als man am Anfang gedacht hat!

Wann haben Du und Deine Trainerin bemerkt, dass du ein großes Talent für diese Sportart hast?

MIA: Ich weiß nicht, ob ich wirklich Talent habe, aber manchmal gelingen mir Sachen ziemlich gut, leider nicht immer. Und dieses Gelingen ist auch immer davon abhängig, wie viel man trainiert hat. So gesehen ist das vielmehr die Arbeit von mir und meiner Trainerin Tatiana Reich gemeinsam, als nur Talent.

Das klingt alles nach einem sehr hohen Trainingsaufwand. Wie oft trainierst Du pro Woche und wie sieht so ein Training genau aus?

MIA: Regulär sind das 3 Trainingseinheiten von je 2 Stunden pro Woche. Das meiste wird aber im Wochenendtraining erreicht, da dauert die Einheit um die 5 Stunden. Generell macht man sich zuerst warm und dehnt sich an Land, dann wird geschwommen, so wie die richtigen Schwimmer es machen;  danach erst kommt das synchronschwimmspezifische Training. Da wird geübt und wiederholt, bis die Figuren gelingen und die Technik sitzt. In den Küren muss dann auch noch das Timing mit den anderen Schwimmerinnen klappen. An Land werden auch Stehproben zu den Choreografien gemacht, die sehen komisch aus für die Leute, die das nicht kennen.

Synchronschwimmen ist also eine Sportart, die man alleine (im Solo) und im Team (Gruppe, Duett, Kombination) ausübt. Wie schafft man es erfolgreich als Team aufzutreten, insbesondere, wenn man im Rahmen der Jugendnationalmannschaft mit Schwimmerinnen aus ganz Deutschland auf Wettkämpfen startet?

MIA: Wenn man so viel Zeit miteinander verbringt (vor den Wettkämpfen finden mehrere Lehrgänge statt), so viel miteinander trainiert (bis zu 8-10 Stunden täglich einige Tage hintereinander), klappt es dann auch irgendwann.

Wie schaffst Du es, Dich immer wieder zu so einem intensiven Training zu motivieren und Deine Wochenenden oftmals in der Schwimmhalle zu verbringen, anstatt mit Freundinnen zu shoppen oder ins Kino zu gehen?

MIA: Gute Frage! Ich kenne kein Rezept, das ist nicht immer leicht. Es ist schwierig, sich immer wieder überwinden zu müssen, immer müde zu sein und Muskelkater zu haben, kaum Freizeit. Aber ich schaffe das irgendwie. Ich liebe Synchronschwimmen und ich liebe es, wenn das Ergebnis am Ende stimmt!

Wie wirst Du unterstützt aus Deinem näheren Umkreis, also von Familie, Freunden, der Schule, dem Sportverein...?

MIA: Ich werde sehr stark von meiner Familie und meinem Verein unterstützt. Auch in der Schule werde ich für Lehrgangsmaßnahmen und Wettkämpfe befreit. Danke dafür!

Beschreib doch einmal das Gefühl, wenn man realisiert, dass man wirklich auf einer Weltmeisterschaft startet. Wie ist es, so viele andere Teilnehmer aus der ganzen Welt zu treffen und  sich untereinander zu messen?

MIA: Als ich erfahren habe, dass ich an der FINA World Youth Artistic Swimming Championships 2019 in der Slowakei teilnehmen darf, war ich sehr aufgeregt und hatte auch ein wenig Angst. Das ist eine große Ehre für jede Sporterin und eine noch größere Verantwortung. So war die Freude natürlich riesig, ich hatte aber auch Angst, Fehler zu machen. Der Wettkampf verlief dann auch leider nicht ganz fehlerfrei... Die Vorbereitungen zum Wettkampf waren sehr anstrengend, aber der Wettkampf war dann ein so großes und wunderschönes Event, dass man für die ganze Mühe belohnt wurde. Eine sehr schöne spannende Woche mit über 300 Sportlern aus 35 Ländern der Welt!!!

Welche positiven Aspekte nimmst Du mit aus der WM-Teilnahme und was hat Dich vielleicht auch gestört oder Dir nicht gefallen?

MIA: Mir haben nur meine eigenen Fehler nicht gefallen, und sehr müde war ich danach auch. Sonst war das alles sehr schön! Ich bin meinen Trainerinnen und meinem Verein sehr dankbar für dies Chance!

Die nächste U 15 Weltmeisterschaft findet in 2021 statt. Können wir uns auf Deine Teilnahme daran freuen?

MIA: Oh, danke! Mal schauen, ich arbeite jedenfalls an mir weiter!

Hast Du einen Synchro-Traum?

MIA: Ich würde gerne mal ein Mixed-Duett schwimmen - dies bleibt aber wahrscheinlich unerfüllt, weil die Jungs diese Sportart meiden. Dabei muss man gerade hier sehr stark und fit sein, sogar mehr noch als im Eiskunstlauf, dem Ballett oder Tanzen, bei dem die Jungs ja auch schon gerne mitmischen. Synchronschwimmen setzt Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit voraus.

Liebe Mia, vielen Dank für das spannende Interview mit  Dir und weiterhin ganz viel Erfolg in Deiner schönen Sportart Synchronschwimmen!

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